Stromausfall - Blackout

Unter einem Blackout versteht man einen großräumigen und länger andauernden Stromausfall, der zu einem Infrastrukturausfall führt. Für den Präsident der österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge, Herbert Saurugg, hat die Wahrscheinlichkeit, dass es in absehbarer Zeit zu einem Blackout kommen könnte, in den letzten Jahren stark zugenommen. „Es gibt eine zunehmend angespannte Situation im Netzbetrieb“, sagt Saurugg. Gründe dafür gibt es seiner Ansicht nach mehrere, so werde unter anderem die Steuerung des Stromsystems von Jahr zu Jahr immer komplexer. Auch die Energiewende erhöht die Volatilität im Stromnetz.

Im Jahr 2021 gewann das Thema “Blackout” auch dadurch an Brisanz, da es gleich zu zwei größeren Störungen in der europäischen Stromversorgung gekommen war. Im Januar mussten mehrere Länder in Südosteuropa vom Stromnetz abgetrennt werden. Im Juli 2021 gab es eine Störung in Spanien, Portugal und Frankreich. In beiden Fällen sprach man von einem Beinahe-Blackout. Schlimmeres konnte nur durch rasches Handeln verhindert werden. Im Winter 2021 warnte dann der Energieversorger RWE vor Kraftwerksausfällen.

Bereits im Jahr 2011 untersuchte das Büro für Technikfolgenabschätzung beim deutschen Bundestag die Folgen eines schweren Stromausfalls. Die Telekommunikation, elektrisch betriebene Verkehrsmittel, die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung wie auch die Lebensmittelversorgung und das Gesundheitswesen könnten bei einem Blackout für eine längere Zeit ausfallen oder erheblich beeinträchtigt sein. “Träte dieser Fall (…) ein, kämen die dadurch ausgelösten Folgen einer nationalen Katastrophe gleich”, heißt es in der Studie.

  • Zu Beginn eines Blackouts gibt es kein Licht, keine Heizung und keine Kühlung mehr. Gefrorene Lebensmittel tauen langsam auf.
  • Durch den Ausfall aller Ampeln kommt es auf den Straßen unmittelbar zu vielen Autounfällen und Verletzten.
  • Die Zubereitung von Essen mit dem Herd, dem Backoffen oder der Mikrowelle ist nicht mehr möglich.
  • An den Tankstellen kann man kein Benzin mehr erhalten, da auch dafür Strom benötigt wird.
  • An den Bankautomaten erhält man kein Bargeld, die bargeldlose Bezahlung in Geschäften ist nicht mehr möglich. Man benötigt Bargeld, um noch Einkäufe tätigen zu können.
  • Schrittweise kann es zu Problemen mit der Wasserversorgung kommen, da notwendige Pumpen nicht mehr arbeiten. Damit funktioniert dann auch die Toilettenspülung nicht mehr.
  • In den Supermärkten werden schnell die Lebensmittel knapp, da die Lagerlogistik nur mit Strom funktioniert und die Kühlhäuser ausfallen. Auch die Versorgung mit Medikamenten wird sehr wahrscheinlich zusammenbrechen.
  • Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird einen Notbetrieb aufrechterhalten, den man nur mit einem batteriebetriebenen Radio, einem Kurbelradio oder mit dem Autoradio empfangen kann.
  • In der Landwirtschaft werden in den Ställen die Lüftung und Fütterung ausfallen. Dadurch werden viele Nutztiere ersticken, verhungern oder verdursten.

Da viele Menschen nur Lebensmittelvorräte für 1 bis 3 Tage vorrätig haben, wird es nach wenigen Tagen Millionen von hungrigen Menschen geben, die Aggressionen zwischen den Bürgern werden zunehmen. Nach dem Ende des Stromausfalls wird ein Wiederanlaufen der Versorgungsinfrastruktur extrem schwierig, da die Mehrheit der Bürger mit sich selbst bzw. mit ihren Familienproblemen beschäftigt ist. Es wird weiterhin gravierende Versorgungsengpässe geben und eine längere Zeit dauern, bis wieder eine normale Versorgung gewährleistet werden kann.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher, einen für mindestens 10 Tage ausreichenden Vorrat an Wasser, Lebensmitteln und wichtigen Medikamenten anzulegen, um auf Katastrophenfälle vorbereitet zu sein. Der Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg empfiehlt einen Vorrat für 14 Tage. Passend dazu finden Sie hier Checklisten mit Empfehlungen und Tipps, die Ihnen bei der Blackout-Vorsorge helfen.